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31.03.2026

Wohnmodelle für Generationen: Geplant, gebaut, gelebt

Wie unterscheidet sich ein echtes Mehrgenerationenhaus von einem herkömmlichen Wohnblock? Dieser und weiteren Fragen ging die Veranstaltung «Wohnmodelle für Generationen: Geplant, gebaut, gelebt» der ZHAW in Winterthur nach, an der die Informations- und Beratungsstelle Alter (IBA) im März teilnahm. Im Zentrum stand die Erkenntnis: In Mehrgenerationenhäusern lautet die Devise «miteinander statt nebeneinander».

 

Wohn8.jpg

 

Was zeichnet Mehrgenerationenhäuser aus?

Das Ziel dieser und anderer Wohnformen ist das sogenannte «Aging in Place» – also das Älterwerden im vertrauten Umfeld u.a. durch gegenseitige Nachbarschaftshilfe. Damit solche Projekte gelingen, sind laut Experten folgende Aspekte entscheidend:

  • Inklusives Design: Neben der Barrierefreiheit ist die soziale Inklusion im Quartier massgebend.
  • Interdisziplinäre Projektteams: Die Planung sollte nicht nur durch Architekten, sondern auch durch Fachkräfte aus den Bereichen Pflege, Soziale Arbeit und anderen Disziplinen wie der Kunst oder der Ökologie begleitet werden.
  • Partizipation: Die künftigen Bewohner müssen ihre Bedürfnisse und Erwartungen frühzeitig einbringen können.
  • Finanzielle Realisierbarkeit: Eine solide wirtschaftliche Planung ist die Grundvoraussetzung für die Umsetzung.
  • Selbstverwaltung: In vielen Projekten leisten die BewohnerInnen einen aktiven Beitrag (z.B. 30 Stunden pro Jahr für Garten oder Events).

Da unterschiedliche Erwartungen zu Konflikten führen können, ist das Zusammenleben ein fortlaufender Prozess, der regelmässigen Austausch – etwa in Mieterversammlungen – erfordert.

 

Was wäre nun in Liechtenstein wichtig und was könnten die nächsten Schritte sein?

Für selbstverwaltete Mehrgenerationenhäuser oder Wohngemeinschaften müssen sich die Interessenten finden. Es bräuchte also eine Plattform oder ein Forum, in dem sie sich vernetzen können.

In Liechtenstein gibt es bereits Alterswohnungen in den Gemeinden, doch der Bedarf an neuen Wohnformen wächst. Ein Vergleich zeigt Handlungsbedarf: Während in der Schweiz durchschnittlich 19 Alterswohnungen pro 1000 Personen (65+) zur Verfügung stehen, sind es in Liechtenstein lediglich acht. Ein Teil der Wohnungen muss auch für ältere Menschen bezahlbar sein, die Ergänzungsleistungen der AHV erhalten und somit lediglich ein monatliches Budget von CHF 1000.- Warmmiete haben (Stand März 2026).

Die IBA schlägt daher konkrete Schritte vor:

  1. Vernetzung: Es braucht eine Plattform oder ein Forum, auf dem sich Interessenten für selbstverwaltete Wohngemeinschaften finden können und die vielfältigen Wohnformen diskutiert werden.
  2. Bestandsaufnahme & Transparenz: Eine zentrale Übersicht der Alterswohnungen im Internet auf www.senioren-info.li mit einem Ampelsystem (grün = frei, orange = reserviert, rot = vermietet) würde die Suche erleichtern. Auch die Suchfunktionen auf den Webseiten der Immobilienverwaltungen sollten mit entsprechenden Filtern zu «Barrierefreiheit» optimiert werden. Eine Bedarfsprognose sollte mit allen 11 Gemeinden erarbeitet und in einem Masterplan «Wohnen im Alter» festgehalten werden.
  3. Neue Wohnformen: Konzepte wie Cluster-Wohnungen werden auch seitens Liechtensteiner Seniorenbund begrüsst, da sie durch Gemeinschaftsräume eine wohnortnahe Aktivierung & Teilhabe fördern und die Einsamkeit reduzieren können. Gemeinschaftsräume sollten jedoch nicht im Überfluss vorhanden, dafür aber multifunktional und gut erschlossen sein. Für Personen, die unter Depressionen und Einsamkeit leiden, aber sonst keinen (körperlichen) Pflegebedarf haben, wäre zudem die Prüfung und ggfls. der Ausbau von passenden betreuten Wohnformen wichtig.
  4. Standards: Es sollte eine klare Definition für den Begriff «Alterswohnung» geschaffen werden.

 

Transparenz und verbesserte Suche

Ein zentrales Anliegen der IBA ist die Schaffung einer leicht zugänglichen Übersicht über verfügbare Alterswohnungen in den Gemeinden. Konkret schlägt die IBA folgende Verbesserungen vor:

  • Zentrale Übersicht: Eine Auflistung aller Alterswohnungen könnte z.B. auf www.senioren-info.li eingerichtet werden.
  • Ampelsystem: Ein Farbsystem soll auf einen Blick zeigen, ob eine Wohnung frei (grün), reserviert (orange) oder besetzt (rot) ist.
  • Mitarbeit der Gemeinden: Für die Aktualität dieser Liste ist die aktive Zuarbeit der Gemeindeverwaltungen notwendig.
  • Optimierte Suchmasken: Private Immobilienverwaltungen sollten auf ihren Webseiten gezielte Suchfilter für spezielle Bedürfnisse wie «Barrierefreiheit» anbieten.

Der Liechtensteiner Seniorenbund mit seiner Fachstelle IBA bleibt bei diesem Thema dran und wird diese Ideen demnächst mit den entsprechenden Stellen besprechen.

 

  • Hier klicken - Zum Thema „Cluster-Wohnungen” siehe auch den Artikel in der Vaterland-Tageszeitung vom 9. Dezember 2024.

  • Hier klicken - Weitere Fotos zur Veranstaltung

Wohnen_Flyer_1.jpg    Wohn77.jpg

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