Rund 80 reiselustige Senioren an Bord eines Doppelstöckers starteten am Freitagmorgen, 11. September 2026, zu einer mehrtägigen Reise ins Salzkammergut und erreichten am frühen Nachmittag St. Gilgen. Von dort genossen wir eine Schifffahrt über den Wolfgangsee nach Strobl, mit Blick auf das Zwölferhorn und den Schafberg, vorbei an prachtvollen Jugendstilvillen, und vorbei am Hotel “Weisses Rössl“, das seine internationale Berühmtheit der gleichnamigen Operette und dem gleichnamigen Film verdankt. In Strobl erwartete uns unser Bus und brachte und sicher nach Gosau, wo wir unser Quartier für die nächsten Tage bezogen.

Am nächsten Tag ging es zum Gosausee, wo prächtigstes Wetter dazu einlud, den See in einem Spaziergang zu umrunden und einen Blick auf den weltberühmten, leider bereits stark geschmolzenen, Dachsteingletscher zu werfen.

Am Nachmittag stand die Besichtigung von Hallstatt auf dem Programm. Auf einem schmalen Uferstreifen zwischen Hallstätter See und dem steilen Berghang drängen sich die Häuser dicht aneinander und sind teilweise sogar mit Pfählen in den See gebaut. Die reichen natürlichen Salzvorkommen werden seit Jahrtausenden abgebaut. Der rege Handel mit Salz brachte Wohlstand und ermöglichte die Entwicklung einer hohen Kultur, der Hallstattkultur (800 – 400 v.Chr.).

Bei einer Bevölkerung von 740 Personen muss Hallstatt jährlich einen Ansturm von 700`000 – 900`000 Touristen verkraften, die zu einem grossen Teil aus China stammen. Die Beliebtheit von Hallstatt bei asiatischen Touristen ist auch auf einen 1:1 (allerdings Seiten-verkehrten) Nachbau des Dorfes in China für rund 900 Millionen Euro zurückzuführen.

Der Sonntag wurde für die Erkundung von Bad Ischl genutzt. Der Raum Bad Ischl war vermutlich bereits in der Hallstatt- und Latènezeit besiedelt. Auch hier bilden die Salzvorkommen die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg. Die Blütezeit von Bad Ischl begann mit den Kurerfolgen der Solebäder Anfang des 19.Jahrhunderts, und erreichte den Höhepunkt, als Ischl von Kaiser Franz Josef als Sommerresidenz erwählt wurde. Das zog neben dem Hofstaat auch zahlreiche Künstler, wie etwa Anton Bruckner, Johannes Brahms, Johann Strauss u.a. für die Sommerfrische nach Bad Ischl.

Mit einem Besuch der traditionsreichen Konditorei Zauner und der Besichtigung der Kaiservilla konnte man sich in die Zeiten der k.k. Monarchie zurückversetzen lassen.

Am Montagmorgen brachen wir zu einer Dachsteinrundfahrt nach Ramsau auf. Leider war der Wettergott nicht hold, sodass die imposanten Bergkulissen nur durch dichte Wolken zu erahnen waren. In Ramsau bot sich die Gelegenheit, in einer Lodenmanufaktur die Gelegenheit, die Entstehung des Lodens vom Anfang bis zum fertigen Endprodukt zu verfolgen. Danach ging die Fahrt weiter nach Altaussee, wo wir in die Salzwelten, dem grössten aktiven Salzbergwerk Österreichs, “einfahren“ konnten. Höhepunkte der Führung durch das Schaubergwerk bilden die aus Salzsteinen erbaute Barbarakapelle 700m tief im Berg, zwei Bergmannsrutschen sowie ein Lagerraum für unbezahlbare Kunstschätze, welche im 2.Weltkrieg unter Tage versteckt und schliesslich vor der Vernichtung gerettet wurden

Die Tage im Salzkammergut vergingen nur allzu schnell, und wir traten am Dienstagmorgen die Heimreise an. Die Fahrt nach Westen bei herrlichem Wetter wurde in Salzburg mit einem Besuch der Wasserspiele in Schloss Hellbrunn unterbrochen. Schloss Hellbrunn war im 17.Jahrhundert von Markus Sittikus von Hohenems, Fürsterzbischof von Salzburg, als Lustschloss vor den Toren Salzburgs errichtet worden, um seine Gäste festlich zu empfangen – und mit den Wasserspielen zu unterhalten. Diese weltweit am besten erhaltenen Wasserspiele der Spätrenaissance mit zahlreichen Wasserscherzen, verschiedenen beweglichen Figuren sowie zahlreichen skulpturengeschmückten Grotten sind historische Meisterwerke der Technik, die bis heute durch die Kraft des Wassers angetrieben werden.

Am späten Dienstagnachmittag waren wir nach einer rundum gelungenen Reise wohlbehalten zurück in Liechtenstein.

 

Bericht und Fotos: Renate Müssner

Titelbild: Schloss Hellbrunn, Wasserspiele

Foto: Salzwelten Altaussee